"Großzügig präsentiert sich das ehemalige Winzerhaus im Landhausstil mit seiner zentral gelegenen offenen Kamin. Johannes Jungwirth kocht für sein Leben gern modern, intensiv, vielleicht manchmal ungewohnt. Genau so präsentierte sich das Thunfischtatar mit Wildlachsrose, schaumigem Bärlauchmousse und grünem Spargel sowie die kernigen Jakobsmuscheln im Fond mit Fenchel und Orangen. Die Reduktion der Flusskrebs-Schaumsuppe mit Ingwer und Rucola geriet dann doch eine Spur zu intensiv. Eine gelungene Komposition war die Spinatpraline und Wachtelbrust in fruchtiger Veltlinerschaumsuppe. "Hummer trifft Forelle" auf Salatgurken und Dillöl, doch den beiden fehlte die harmonische Beziehung. Dafür passte die geschmackliche Balance beim Filet und Geschmortem vom Milchlamm auf Parmesan-Polenta-Schnitte mit Ratatouille und Rosmarinjus. Ein Klassiker ist das Zanderfilet in Sesampanier mit Erdäpfel-Mayonnaisesala. Als Krönung des Menüs erfreute uns der flüssige Schokoauflauf mit Marillenröster und Vanilleeis. Alles in allem eine sehr solide und gut gewürzte Küchenleistung, doch uns fehlte ein Quentchen Leichtigkeit. Die offenen Weine bieten einen schönen Querschnitt durch die Region Carnuntum. "
(Gault Millau 2008, Seite 217) |
"In einer ehemaligen Volksschule, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche von Göttlesbrunn, haben Adi und Bettina Bittermann ihr neues gastronomisches Domizil gefunden. Mit Feingefühl wurden Altbestand und modernes Design zu einem Ganzen kombiniert. Zum Einstieg bot uns die Matjessulz, wunderbar zart, von grünen Bohnen und Pesto sowie einem erfrischenden, elegant geschärften Gazpacho begleitet, eine wunderbare Aromenvielfalt und ein reizvolles Spiel der unterschiedlichen Konsistenzen. Nicht weniger delikat der säuerlich marinierte Kalbskopf. Angerichtet auf Erdäpfelpüree mit zartem, gebackenem Kalbshirn, ergab das ein attraktives Arrangement. Der Waller war von perfekter Konsistenz. Das mitgelieferte Artischockencurry hatte Biss und die geschmacklich neutralen Reisrollen taten ihren Dienst als Transporteur des Curryaromas. Etwas getrübt wurde dieser (gemessen an der wunderbaren Innereien-Tradition der Küche) exzentrische Ausflug in östliche Gefilde durch den herkömmlichen Geschmack des Currys. Der saftige, leider nicht mehr ganz so rosige Rücken vom Iberico-Schwein, eskortiert von knackigen Steinpilzen und einem perfekten Serviettenknödel, demonstrierte aber dann doch wieder die hohe Kunst des Hauses. Zum Dessert: Mousse von weißer Schokolade mit Weißweinpfirsich und Marillenknödel mit Butterbröseln. Schön, dass Adi Bittermann wieder eine Wirkungsstätte hat."
(Gault Millau 2008, Seite 216) |